Geschichte

                                                                                                                                                                                                                         

                                                                       

                       Chronistenaktiv beriet Weiterführung der Geschichts- und Traditionsforschung im Geschäftsjahr 2015.

 
Zur jährlichen Arbeitstagung der Chronisten der Mitgliedsvereine des Kreisverbandes wurden in einer angeregten und von Sachkenntnis getragenen Diskussion auf vielfältige Möglichkeiten der Erschließung von geschichtlichen Zusammenhängen in der Kleingartenbewegung im Kreisgebiet erarbeitet. Dabei standen Fragen der Entwicklung des Traditionsbewusstseins, besonders im Rahmen der Namensforschung, im Mittelpunkt. Mehrere Redner machten anschaulich deutlich, welchen Weg die Kleingartenvereine bei der Entscheidung zur Namensgebung zurückgelegt haben. 

                                                                

Die heutigen Vereinsnamen, die die Kleingartenvereine seit mehreren Jahrzehnten tragen, sind oftmals nach harten Diskussionen in den Mitgliederversammlungen entstanden und sind heute im Sprachgebrauch gängige Bezeichnungen. Dabei spielten landschaftliche und erzieherische Aspekte bei der Namenswahl eine bestimmende Rolle.

Jens Haustein machte am Beispiel seines Vereins „Grüne Aue“ deutlich, wie die in einer Auenlandschaft im Mülsengrund gelegene Kleingartenanlage damals ihren Vereinsnamen wählte. Auch die mehrfach wechselnden Vereinsnamen des heutigen KGV „Glück Auf“ Friedrichsgrün machen deutlich, dass sich die damaligen Kleingärtner die Entscheidung nicht leicht machten und erst 1961 den heutigen Namen wählten, wie der Vereinschronist Hubert Träger eindrucksvoll schilderte. 

                                                                                                                                                

Im Ergebnis der umfangreichen Berichterstattung gelangten die Teilnehmer zu der Erkenntnis, dass zur Namensgebung und Namenspflege noch viel getan werden kann.
Es muss noch viel getan werden, um alle Mitgliedsvereine zur Aufarbeitung ihrer Vereinsgeschichte zu animieren. 23 Vereine besitzen bereits eine Vereinschronik, deren intensivere Nutzung im Mitgliederleben angemahnt wurde. Für die Ausrichtung der Beratung gilt dem Kleingartenverein „Am Teich“ e. V. Friedrichsgrün ein herzlicher Dank. 

                    

Für das 2015 ins Haus stehende Jubiläum „25 Jahre Kreisverband der Kleingärtner e. V. Zwickau-Land“ werden in vielen Vereinen geplante Veranstaltungen genutzt, um die 1990 eingeleiteten verbandspolitischen Veränderungen zu würdigen.   (KHL)


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                                                               150 Jahre Schreberbewegung


                                                           Im Jahre 2014 begehen die Kleingärtner den 150. Jahrestag der Schreberbewegung.
1864 hatten Eltern von Schülern der 4. Bürgerschule in Leipzig einen Erziehungsverein gegründet, den sie nach dem verstorbenen Arzt Dr. Schreber benannten. Die Initiative zur Vereinsgründung war von Dr. Ernst Innocenz Hauschild ( 1808 – 18666), Direktor der 4. Bürgerschule, ausgegangen. Hauschild wird in der Literatur oftmals fälschlicherweise als Schwiegersohn von Schreber bezeichnet, was aber nicht stimmt.
Dieses Datum gilt seither als Gründungsdatum der Schreberbewegung.
Längst ist es im Sprachgebrauch üblich, die Kleingärtner als Schrebergärtner zu bezeichnen. Dabei hat der Namensgeber, der Leipziger Arzt Dr. Daniel Gottlob Moritz Schreber (1808 – 1861) niemals einen Schrebergarten gesehen. Dr. Schreber, ein Anhänger der Ertüchtigung von Körper und Geist betrieb in Leipzig eine „ Orthopädische und heilgymnastische Heilanstalt“. Die bisweilen von Kritikern als „Folterinstrumente“ bezeichneten orthopädischen Geräte waren aber bereits zu seiner Zeit durchaus humane Hilfsmittel zur Behebung orthopädischer Probleme.
Dr. Schreber hatte in der Zeitschrift „Die Gartenlaube“ einen Aufsatz zum Thema: „Die Jugendspiele in ihrer gesundheitlichen und pädagogischen Bedeutung“ verfasst, in dem er für die Schaffung von Kinderspielplätzen in der freien Natur eintrat.
1845 wurde er zum Mitbegründer des Leipziger Turnvereins und setzte sich fortan für das Turnen von Kindern zur Ertüchtigung von Körper und Geist ein. Er nutzte seine Möglichkeiten, unter anderem als Stadtrat von Leipzig, um Spiel- und Turnplätze für Kinder
zu schaffen. Nach und nach entstanden am Rande der Turnplätze kleine Beete, auf denen von den Kindern und ihren Eltern Obst und Gemüse zur Verbesserung der kargen Lebenssituation angebaut wurden. Diese Beete wurden, auch aus Sicherheitsgründen, bald umzäunt und es entstanden kleine Gärten.
Im Vereinshaus des Leipziger Kleingärtnervereins „Dr. Schreber“ e. V. Aachener Straße 7, befindet sich das Deutsche Kleingärtnermuseum zu Leipzig mit einer eindrucksvollen Ausstellung zur Schreberbewegung in Deutschland.
Heute umfasst die Schreberbewegung in Deutschland mehr als 1 Million Mitglieder. Sachsen ist mit über 220 000 Kleingärten das kleingartenreichste Bundesland. Im Kreisverband Zw3ickau-Land der Kleingärtner gibt es nahezu 3000 Kleingärten die in 70 vereint sind.. Ältester Verein ist der KGV „Gartenfreunde“ e. V. Wilkau-Hasslau , der bereits 1889 gegründet wurde und am 17. Mai 2014 mit einem großen Vereinsfest den 125. Geburtstag feiert.
Der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde veranstaltet am 14. und 15. Juni 2014 aus Anlass des 150-jährigen Jubiläums der Schreberbewegung auf dem Gelände des Deutschen Museums der Kleingärtnerbewegung in Leipzig eine großes Fest.
K.-H. Leistner


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Leiter der AG:    Karl-Heinz Leistner (KGV "Einigkeit" e. V., Zschocken);

wird unterstützt durch:
Emmy Strobel (KGV "Gartenfreunde" e.V. Wilkau-Haßlau)
Martin Friedrich (KGA "Hegebachtal" e.V. Mülsen)

Wir wünschen uns eure Mitarbeit in unserer Arbeitsgruppe und heißen Interessenten sehr herzlich willkommen.


Anforderung über unsere Geschäftsstelle Tel.: 0375 / 3033040

Ziele:

Erforschung der Geschichte des organisierten Kleingartenwesens in Zwickau und speziell
der Geschichte des Kreisverbandes. Zusammenführung des durch intensive Recherchen
und Nachforschungen bereits vorhandenen geschichtlichen Materials in eine; „Kreischronik" bis zum Jahr 2009/2010.
Zuarbeiten der geschichtlichen Erkenntnisse und Integration von Ausarbeitungen in den Internetauftritt des Kreisverbandes.
Die Aktivierung und Motivierung der Chronisten und Vorstände unserer Mitgliedsvereine bei
der Erforschung ihrer Vereinsgeschichte im Rahmen von Erfahrungsaustauschen und
Exkursionen sind ebenso wichtig, wie die Zusammenarbeit mit der AG-Geschichte des
Landesverbandes und überregionaler Verbände und Einrichtungen, wie dem deutschen Kleingärtnermuseum in Leipzig.

Service:

Gern unterstützen wir die Chronisten und Vorstände bei der Erforschung ihrer Geschichte und der Erstellung von Chroniken.



Wo finde ich Material:

1. Warum in die Ferne schweifen ...?
- Vorstandsunterlagen des Vereins, "dunkle" Ecken im Vereinsheim
- bei früheren Vorstandsmitgliedern, bei Mitgliedern, bei ausgeschiedenen Mitgliedern

2. In Behörden und Verbänden
- Amtsgericht, Vereinsregister; Kreisverband,
- Gemeindeverwaltung: Grünflächenämter, Liegenschaftsämter
- Kirchen
- Heimatvereine und Gemeindechronisten

3. Archive und Museen
- Stadtarchive, Kreisarchive, (Steuerkataster, Grundstückskataster, ...);
- deutsches Kleingärtnermuseum Leipzig,
- sächsisches Staatsarchiv Leipzig
- .....